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Fragen, Fragen und ein paar Entdeckungen

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Wie entsteht Fremdenfeindlichkeit und warum demonstrieren so viele Menschen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung? Ausgehend von diesen und anderen Fragen hat die Klasse H7 im Deutschunterricht das Buch ,,Damals war es Friedrich” gelesen. Darin geht es um die Zeit des Nationalsozialismus und es wird beschrieben, wie der Judenhass in Deutschland immer mehr zunimmt und welch grausame Auswirkungen die Maßnahmen des Regimes auf die Menschen hatte. Die Nürnberger Rassengesetze werden in dem Buch ebenso thematisiert wie die Pogromnacht. Dadurch dass in dem Buch ein Einzelschicksal beschrieben wird, konnten sich die Schülerinnen und Schüler gut in die Situation des Protagonisten hineinversetzen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ,,Nationalsozialismus warf viele Fragen auf. Da lag es nahe, die Synagoge in Abterode zu besuchen und zwei Experten zu befragen.

Die Schülerinnen und Schüler hatten viele Fragen mitgebracht. Was hat es auf sich mit der Kopfbedeckung, die manche Juden tragen? Warum essen die Juden Milch und Fleisch nicht zusammen? Woran erkennt man Juden? Sind Sie ein Jude? Warum hat die Pergamentrolle Brandlöcher? 19 Schülerinnen und Schüler der Rhenanus-Schule aus Bad Sooden-Allendorf hatten sich mit ihren Lehrkräften Carmen Roßbach und Marcus Steinigk auf eine Entdeckungsreise nach Abterode begeben, um dort die Synagoge zu besuchen. Ludger Arnold und Dr. Martin Arnold von den „Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis“ gaben Einblicke in jüdisches Leben, vor allem in der Verfolgungszeit 1933 bis 1945. Durch eigene Recherchen mit Hilfe der Tablets des Lern- und Gedenkortes konnten sich die Schülerinnen und Schüler über alltägliche Beispiele von Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung informieren. Sie erfuhren, wie jüdische Händler in Frankenhain verprügelt wurden oder wie in Herleshausen ein Mann der „Rassenschande“ beschuldigt wurde, weil er mit einer Jüdin Kaffee getrunken hatte. Sie lernten neue Worte kennen wie „Antisemitismus“, „Pogrom“ oder „Diffamierung“. Am Ende waren alle erschöpft von einem intensiven Vormittag, aber auch erfüllt mit vielen neuen Eindrücken. „Sorgt mit dafür, dass sich so etwas nie mehr wiederholt“, sagte Martin Arnold zum Abschluss. Und Ludger Arnold ergänzte: „Unser Grundgesetz schützt die Würde aller Menschen, der Juden, der Muslime, der Christen und der Atheisten. Steht dafür ein!“

Dieser Appell wurde von den Schülerinnen und Schülern mit Applaus aufgenommen und es bleibt zu hoffen, dass dieser Tag dazu beigetragen hat, die Jugendlichen zu sensibilisieren und dass jede/r von ihnen im Alltag dazu beiträgt, dass sich Geschichte – auch nicht in Ansätzen, wie sie heute zu sehen sind-, wiederholt.

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