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Das Geschäft mit der Angst und die Entdeckung der Freiheit! Klasse G 8a lässt die Reformation in Standbildern lebendig werden

Nachträglich zum Reformationstag am 31. Oktober hat sich der Religionskurs der Klasse G 8a unter der Leitung von Frau Stern auf eine intensive Zeitreise begeben. In einer Unterrichtseinheit widmeten sich die Schülerinnen und Schüler ganz der Lebenswelt von Martin Luther und der Entstehung der evangelischen Kirche.

Die Reise begann im finsteren Spätmittelalter, in dem das Leben der Menschen von einer tiefen, existenziellen Angst geprägt war. Die Klasse erarbeitete, wie Martin Luther selbst jahrelang unter der panischen Furcht vor einem strafenden Gott litt. Es war eine Zeit, in der die Kirche diese Verzweiflung schamlos ausnutzte. Der Dominikanermönch Johann Tetzel zog durch die Lande, um mit seinen Ablassbriefen das Geschäft mit der Angst perfekt zu machen. Gemeinsam spürten die Achtklässler Luthers reformatorischem Durchbruch beim berühmten „Turmerlebnis“ nach. Seine Entdeckung der Rechtfertigungslehre veränderte die Welt: Der Mensch ist frei und bereits durch Jesus Christus gerettet, ganz ohne dafür bezahlen zu müssen!

Um dieses historische und theologische Kernstück der Reformation zum Gedenken an den 31.10. greifbar zu machen, schlüpften die Schülerinnen und Schüler selbst in die Rollen der Geschichte. Ausgestattet mit kreativen Kostümen erstellten sie ausdrucksstarke Standbilder zu den zentralen Konflikten der damaligen Zeit:

  • Tetzels Ablasshandel: „Gefangen im Gericht - Die lähmende Macht von Sünde und Angst“
  • Die Entdeckung des gnädigen Gottes – Luthers Befreiung: „Befreit durch Gnade: Die Entdeckung des liebenden Gottes“

Die Aktion kam bei der G 8a hervorragend an. Das Verkleiden und die schauspielerische Umsetzung haben allen riesigen Spaß gemacht! Doch die Methode der Standbilder war weit mehr als nur ein kreativer Zeitvertreib. Die Schülerinnen und Schüler waren sich einig, dass man durch Standbilder viel intensiver lernt als durch das bloße Lesen von Texten. Warum? Weil man komplexe Theologie am eigenen Leib erfährt. Wenn man selbst die Rolle der „Sünde“ spielt, die Luther niederdrückt, oder am eigenen Körper spürt, wie befreiend es wirkt, wenn die „Gottes-Figur“ auf Augenhöhe herabsteigt, versteht man die Rechtfertigungslehre im wahrsten Sinne des Wortes. So wird die abstrakte Geschichte der Reformation plötzlich zu einer realen, emotionalen Erfahrung.

Mit dieser lebendigen Aktion hat die G 8a bewiesen, dass die Botschaft von Martin Luther auch nach über 500 Jahren nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Der Reformationstag erinnert uns daran, dass wir keine Angst vor Fehlern haben müssen, weil wir von Gott so angenommen sind, wie wir sind, eine Zusage der Freiheit, die wir mutig in die Zukunft tragen dürfen.

 

 

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