Rhenanus-Schule   Bad Sooden-Allendorf

Trost der ganzen Welt - Weihnachtskonzerte 2017

19. und 21. Dezember 2017

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 Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass das Weihnachtskonzert der Rhenanus-Schule von einem grauenvollen Ereignis an der Berliner Gedächtniskirche überschattet worden war. Wie ein willkommenes Zeichen des Trostes wirkte es an jenem Abend, dass die Musiker gleich zu Anfang ein Arrangement aus Zitaten alter Adventslieder in einem Stück mit dem so beziehungsreichen Titel „Es wird nicht immer dunkel sein“ kulminieren ließen.

Auch diesmal beginnt der Abend mit Versen aus barockem Liedgut: „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt?“ flüstern die Musiker mehrfach auf der abgedunkelten Bühne und intonieren daraufhin Passagen aus Kirchenliedern des 17. Jahrhunderts, unter anderem aus Friedrich Spees „O Heiland, reiß die Himmel auf“, einerseits geprägt vom Leid der Menschheit angesichts von Krieg und Pest, andererseits die Hoffnung auf die Wiederkunft des Erlösers ausdrückend. Der Kammerchor (Leitung: Michael Stanzel) mit den ausdrucksstarken Solistinnen Denisa Zaharia und Anna Apel führt das Publikum mehrfach von der Dunkelheit ins Licht und wieder zurück.

Offenbar ganz in diesem Sinne schrieb der SZ-Kolumnist Heribert Prantl kürzlich über dieses Adventslied:
„Das Lied ist kein Klingeling. Es ist der bittere Ruf nach Gerechtigkeit; es ist die Klage darüber, dass Weihnachten nicht kommt, obwohl es im Kalender steht. Die Klage legt die Enttäuschung frei und bricht der Sehnsucht Bahn.“

Bereits zum dritten Mal in Folge führen an diesem Abend die Schülersprecher Yannis Stegmann (inzwischen im Jahrgang 11) und Clemens Kampmann (Jahrgang 10) ebenso souverän wie gewitzt durch das Programm des Weihnachtskonzerts. Sie können dem Publikum zum ersten Mal seit langem wieder einen Männerchor ansagen, an dem sie auch noch selbst teilhaben: Weltmännisch bis ironisch in Frack und Zylinder gekleidet, treten zwölf stimmgewaltige junge Herren auf und intonieren unter der Leitung von Michael Stanzel den amerikanischen Pop-Song „Let It Snow“, der seit 1945 dort zu einem der populärsten Weihnachtslieder geworden ist. Der Spaß steht allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Mit Philipp Huhn und Benedikt Zerebecki stärken zwei Lehrerkollegen das Ensemble.

Von Amerika aus geht die Reise nach Russland: Das Orchester unter der Leitung von Inga Löser spielt den Walzer Nr. 2 von Dimitri Schostakowitsch. Dies gelingt den jungen Streichern und Bläsern des Orchesters in so überzeugender Weise, dass spontaner Beifall im Publikum aufkommt. Der Vortrag wird zum puren Vergnügen, zumal dieses Werk im Dreivierteltakt einen hohen Wiedererkennungswert besitzt: Regisseure von Stanley Kubrick bis Lars von Trier haben dem Reiz des Stückes nicht widerstehen können und es gern als Thema für ihre Filmmusik eingesetzt.

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Mit Arcangelo Corellis “Concerto grosso in G-Moll, Opus 6“ spielt das Kammerorchester - ebenfalls unter Leitung von Inga Löser - anschließend ein eigens für Weihnachten verfasstes Stück aus der Barockzeit. Die langjährige Rhenanus-Musiklehrerin Erika Heinitz unterstützt das Kammerorchester bei diesem anspruchsvollen Werk. Und in Zusammenspiel mit der Percussiongruppe unter Leitung von Martin Heldmann spielt das Kammerorchester schließlich einen Welt-Hit, der ursprünglich mal als Werbespot für eine Fluglinie angefangen hatte: „Adiemus“.

Ebenfalls ganz klein angefangen hatte beim letzten Weihnachtskonzert die Gruppe „Clefs“ unter der Leitung von Christian Wiechert – und sich sofort in die Herzen des Publikums gespielt. Mittlerweile haben Helena & Cora-Lee, Jana, Caro, Henry, Luis, Mattis, Paul samt Bandleader Christian mit einem Auftritt den diesjährigen Preis des Grenzmuseums gewonnen und nun auch ihr Repertoire erweitert: Für das Weihnachtskonzert haben sie unter anderem eine innovative Fassung von „Stille Nacht“ erstellt und mit „Living in our own little Hollywood“ von „Alle Farben“ einen altersgemäßen Hit aufgenommen - mit vielen kreativen Ideen, Choreographie, Bühnennebel und dem überraschenden Einsatz eines Triangels, aber auch mit recht viel Selbstsicherheit: „Remember when we were fifteen“, heißt es im Songtext. Dabei wird das doch bei den meisten von ihnen erst im nächsten Jahr der Fall sein.

Die Gruppe „Boneless“ (Leitung: Michael Stanzel) schließlich präsentiert den Weihnachts-Klassiker des Jahres 1934 „Walking in the Winter Wonderland“ mit den charismatisch auftretenden Solisten Denisa Zaharia und Oliver Schöniger sowie einem furiosen Arrangement aus Saxofonen, Schlagzeug und Trompeten.

Zum großen Finale werden noch einmal alle Akteure auf die Bühne gebeten, um gemeinsam „Here comes Santa Claus“ zu interpretieren: Auch hier harmonieren Gesang, Bläser und Schlagzeug, und am Ende schafft das Geigensolo von Hanna-Maria Bormuth eine nahezu weihevolle Atmosphäre.

Angesichts dessen erhört Santa Claus schließlich diesen Gesang der Sirenen und betritt nun seinerseits Saxofon spielend und Schokolade verteilend die Aula.

Auch wenn das Publikum es partout nicht wahrhaben will: Die Zeit des Abschiednehmens ist gekommen – zunächst jedoch bedankt Bandleader Michael Stanzel sich bei drei langjährigen Stützen der Big Band, die im kommenden Frühjahr ihr Abitur ablegen werden und nun noch einmal im Rampenlicht stehen sollen:

Mit dem Prince-Klassiker „Purple Rain“, der manchem Zuhörer die Tränen ins Gesicht treibt, können die beiden begnadeten Rhenanus-Gitarristen Marlon Meininger und Nikita Wernergold ihre Kunst noch einmal in Vollendung zeigen, „heute gerne einmal etwas lauter als sonst“ (Stanzel). Als Dritter im Bunde trägt Schlagzeuger und „Rhythmuswunder mit Metronom im Bauch“ Oliver Schöberle zu einem furiosem Medley-Finale bei, das bei den Älteren im Publikum sentimentale Reminiszenzen an Santana und andere Rock-Legenden emporsteigen lässt.

Apropos “Erinnerungen”: Ähnlich wie einst der Monty-Python-Comedian John Cleese („There will be no more jokes. You can go home now”) komplimentiert Michael Stanzel das Publikum nun nach Hause, mit dem Versprechen, so lange „Stille Nacht“ zu summen und zu instrumentieren, bis alle gegangen sind. Nach vielen, vielen Soli jedoch gibt es immer noch einige Unentwegte im Saal, die sich miteinander austauschen möchten.

Im nächsten Jahr wird es dann auch wieder eine Pause geben… Versprochen ist versprochen.

 

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Quelle: Lothar Englisch

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