Rhenanus-Schule   Bad Sooden-Allendorf

Von Buzz-Words und No-Go's

Bewerbungstraining an der Rhenanus-Schule
September 2017
Bewerbungstraing

 

Der Fachmann für Gastronomie hat den Schüler/innen einen großen Korb mit Gemüse und anderen Lebensmitteln mitgebracht.

Für die Teilnehmer des Bewerbungstrainings aus den Jahrgängen 9 und 10 der Rhenanus-Schule hat er eine deutliche Botschaft: „Wer sich nicht für das interessiert, was der Kunde auf dem Teller hat, der hat im Restaurantgewerbe eigentlich nichts verloren.“

Auch die anderen Experten aus dem Personalwesen schätzen die klare Ansage: „Ihr müsst euch klarmachen, dass die Entscheidung für einen bestimmten Beruf häufig die Entscheidung für ein ganzes Leben ist. Die sollte man nicht aus einer Laune heraus treffen, sondern sich vorher ganz gründlich Gedanken darüber machen.“

Sehr unterschiedlich sind die Bewerbungsmappen ausgefallen, die die Teilnehmer erstellt haben. In manchen berufsfeldbezogenen Kleingruppen wird eher allgemein, in anderen jedoch sehr präzise auf die einzelnen Defizite in den Mappen eingegangen:

  • So lernen die jungen Leute, dass es unüblich sei, bei Bewerbungen Fotos zu verwenden, auf denen man im Anorak zu sehen ist.
  • Nach der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren,“ schreibe man klein weiter, auch wenn die Rechtschreibkontrolle im Textverarbeitungsprogramm etwas anderes vorgebe.
  • In Bewerbungsschreiben sollte man die Abkürzung „BSA“ nicht verwenden, selbst dann nicht, wenn man den Ortsnamen darin schon mehrmals ausgeschrieben habe.
  • Seriosität sollte man nicht nur bei der der Wahl der Kleidung, sondern auch bei der Gestaltung der eigenen Email-Adresse zeigen: Kreationen wie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! seien in dieser Hinsicht absolut nicht empfehlenswert.
  • In diesem Sinne sollte man auch darauf achten, in sozialen Netzwerken keine Bilder von sich selbst zu publizieren, die einen selbst in beschämenden Posen zeigten
  • Keine Originale von Zeugnissen versenden! Von manchen Firmen würden Unterlagen heute nicht mehr zurückgeschickt, sondern einfach geschreddert
  • Unentschuldigte Fehltage in Zeugnissen führten in vielen Fällen dazu, dass Kandidaten von vornherein aussortiert würden
  • Praktisch jedes Unternehmen achte auch auf die Kopfnoten in den Zeugnissen
  • Viele Arbeitgeber verwendeten im Einstellungstest recht anspruchsvolle Diktate. Bei der Bundespolizei etwa führe eine Fehler-Anzahl von 20 zum automatischen Ausscheiden aus dem Bewerbungsverfahren
  • Immer gern gesehen würden hingegen Bescheinigungen von ehrenamtlichen Tätigkeiten bzw. sozialem Engagement, sei es im Sport, bei der Feuerwehr oder in der Kirchengemeinde

Den Kern der Trainings bilden simulierte Vorstellungsgespräche. Herr Müller etwa gestaltet diese sehr lebensnah, lässt den Bewerber nach dem Türenklopfen eine Weile warten, gibt sich beschäftigt und in die Papiere vertieft, bis er ihn zu sich bittet.
In den Gesprächen selbst konfrontiert er die jungen Leute mit schwierigen Fragen - wie etwa der nach den Gründen für schlechte Schulnoten oder für hohe Fehlzeiten, nach ihrem Verhalten in bedrohlichen Situationen – und gelegentlich sogar mit Fragen, die nicht mehr zulässig sind, aber von manchen Personalern tatsächlich da und dort immer noch gestellt würden (etwa der nach einer geplanten Schwangerschaft!) In der Auswertung gratuliert den Kandidaten zu ihrem souveränen Verhalten auch in diesen Stressmomenten.

Eine weitere Frage-Strategie Müllers besteht darin, die Bewerber darum zu bitten, das eine oder andere Buzz-Word aus ihren Bewerbungen zu erläutern: „Was verstehen Sie denn konkret unter Teamfähigkeit / unter Zuverlässigkeit (…) Nennen Sie doch einmal praktische Beispiele!“ – Philipp etwa hat damit kein Problem: „Das ist wie beim Fußball. Wenn da nicht alle zusammenhalten, sondern irgendwer immer nur sein eigenes Ding machen will, dann kann man eben nicht gewinnen.“

Viele Schüler aber patzen gerade dann, wenn sie scheinbar harmlos danach gefragt werden, ob sie selbst noch Fragen haben: So pfiffig die ausweichenden Antworten darauf auch formuliert sein mögen („Habe mich auf Ihrer Homepage bereits umfassend über die Anforderungen bei Ihnen informiert“ / „Von meinem Onkel weiß ich schon ziemlich gut Bescheid über das Tätigkeitsfeld“…) - beim Personaler bleibe gleichwohl der Eindruck von Desinteresse zurück, der schließlich über „Top“ oder „Flop“ entscheiden könne.

Selbst wenn man meine, schon alles Relevante über den Beruf zu wissen, hinterlasse es doch allemal einen besseren Eindruck, Neugier zu dokumentieren, indem man detaillierte Fragen nach bestimmten Aufgabengebieten, nach dem Ausbildungsmodus oder nach Einsatzorten, nach Möglichkeiten der Weiterbildung bzw. nach Aufstiegschancen stelle. Die Antwort „Danke, ich habe keine Fragen“ aber sei ein No-Go.

Am Ende des Tages jedoch kommen viele Experten zu erfreulich positiven Urteilen: „Diesen jungen Mann und diese junge Dame hätte ich vom Fleck weg eingestellt!“ – „Bei diesem jungen Mann war ich mir nicht sicher, ob ich ihn interviewe oder mich.“ – „Sie hat verstanden, welche Lücken sie noch hat, weiß aber auch, was sie tun muss, um sie zu schließen. Ich traue ihr auch zu, dass sie das schafft.“

Frau Schmidt von der Fachschule für Sozialpädagogik hat fast allen ihren Kandidaten ein „gut“ oder gar ein „sehr gut“ attestiert. – Die beste Nachricht aber sei: „In den letzten Jahren haben wir alle unsere Absolventen sehr leicht unterbringen können. Die Arbeitsmarktlage ist ausgezeichnet.“

 

Organisiert wurde das Bewerbungstraining auch in diesem Jahr von Frau Susanne Mönnich.

Als Experten fungierten die folgenden Damen und Herren: Frau Guthardt (VR Bank), Herrn Müller (Rentner – ehemals VR Bank), Frau Schulz (Diploma Hochschule Bad Sooden-Allendorf ), Frau Schmidt (Fachschule für Sozialpädagogik Witzenhausen), Herrn Pelikan (Hotel Werratal, Bad Sooden-Allendorf), Frau Geißler (Autohaus Stöber), Herrn Zindel (Handwerkskammer, Eschwege) und Herrn Vogt (BKK Eschwege)

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jt

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