Rhenanus-Schule   Bad Sooden-Allendorf

Deana Zinßmeisters Lesung an der Rhenanus-Schule

Zinssmeister 1

 „Eine Dichterlesung schenkt uns Material für unser ganz persönliches Kopfkino“, erklärt Michaela Deutschmann-Weise von der Rhenanus-Schulleitung den jungen Leuten in der vollbesetzten Aula. Anders als beim Film könne sich bei einer Lesung unsere Phantasie entfalten:

 Zu einer solchen Kopfkino-Vorführung hat Buchhändler Wolfgang Frühauf mit Deana Zinßmeister eine Bestseller-Autorin an die Rhenanus-Schule eingeladen, die nach zahlreichen historischen Romanen im vergangenen Jahr ihren ersten Jugendroman veröffentlicht hat: „Das Auge von Licentia“.

In der einstündigen Lesung nimmt Frau Zinßmeister ihre jungen Zuhörer mit auf eine Reise in ein mittelalterlich anmutendes Dorf, in dem die 15-jährige Jonata Schießübungen an der Armbrust absolvieren muss, da sie erstmals mit den Jungen auf die Wildschweinjagd gehen darf. Der Roman lässt dabei nicht nur intensive Bilder im Kopf entstehen, sondern auch den Geruch von Tod und Verderben, er lässt uns das bedrohliche Knurren von Tieren vernehmen - und das Gefühl der Angst entstehen, plötzlich angegriffen zu werden.

Jonata aber begegnet unverhofft dem jungen Tristan aus dem Nachbardorf der Wolfsbanner, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt – nicht ahnend, dass ihr Heimatdorf Licentia sich seit langem mit den Wolfsbannern überworfen hat.

Wer nun jedoch einen Plot wie in Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ oder wie in Shakespeares „Romeo und Julia“ erwartet, wird verblüfft: In einer weiteren Text-Passage treffen wir auf einen jungen Mann mit tätowierten Armen in einem klatschnassen T-Shirt, der im Lichtkegel seiner Handy-Taschenlampe einen Höhleneingang sucht. Er muss den Empfänger eines wichtigen Päckchens finden, den er aus einer „mega-interessanten“ Survival-Sendung im Fernsehen kennt.

Zinssmeister 2

Die Menschen in Licentia haben sich nämlich dazu entschieden, auf alle Technik zu verzichten und wie im Mittelalter zu leben. Dazu besiedeln sie ein Gelände im Ural, wo sie in traditioneller Weise Ackerbau und Viehzucht betreiben. Ein russischer Oligarch finanziert ihr Projekt, um es zweimal wöchentlich profitabel als Reality-Show über einen Privatsender zu vermarkten.

Die Kinder in diesen Dörfern ahnen dabei nicht, dass um sie herum eine andere Welt existiert – und dass ihr Leben von Millionen von Zuschauern verfolgt wird. - Aber auch Leser, die nun ein Ende wie das der „Truman Show“ erwarten, sollen von „Licentia“ überrascht werden.

Die Autorin selbst beeindruckt ihre Zuhörer in der anschließenden Fragerunde mit der Darlegung ihrer Arbeitsweise: Sie wolle keine Fantasy-Romane verfassen, sondern lege äußerst großen Wert auf eine ebenso umfangreiche wie präzise Recherche. Die Leser sollen ihr auch im Detail vertrauen können. Dazu gehöre ein guter Draht zu einem breiten Spektrum von Fachleuten: etwa einem Wolfs-Experten, der in seinem Gehege etliche Wölfe selbst aufgezogen hat, aber auch zu dem britischen Hexenforscher Prof. Dillinger von der Universität Oxford - oder zu Rauf Guliyev, dem Hersteller einer Hi-Tech-Drohne, der ihr gar als erster Frau erlaubt habe, sein Wunderwerk zu steuern. Als Autorin habe sie die ermutigende Erfahrung gemacht, bei ihren Recherchen immer wieder offene Türen zu finden.

Darüber hinaus forsche sie in Archiven, um sich immer neue Stoffe zu erschließen.

An einem Buch arbeite sie ein Jahr lang. Ins Rotieren gerate sie, wenn von ihren Auftraggebern im selben Jahr ein zweiter Roman verlangt werde.

„Wenn Sie so viele Bücher geschrieben haben, dann sind Sie doch bestimmt berühmt. Warum kommen sie dann zu uns nach Bad Sooden-Allendorf?“, möchte Paul aus dem Jahrgang 7 wissen.

In ihrer Antwort schmeichelt Frau Zinßmeister ihren Zuhörern mit der spannenden Geschichte Allendorfs in der Zeit des 30-jährigen Krieges, über die sie von Buchhändler Wolfgang Frühauf viel gelernt und die sie zum Verfassen ihres historischen Romans „Der Hexenschwur“ inspiriert habe.Und auf die Frage von Laura verrät Frau Zinßmeister auch schon den Arbeitstitel des nächsten Roman-Projekts: „Der goldenen Galgen“. Einen solchen habe es tatsächlich gegeben.

Neuer Stoff fürs Kopfkino.

Zinssmeister 3
Moodle Website Website Website
Moodle Lernplattform der Rhenanus-Schule  SSC

Sportinternat

Realschlule
 
Kontakte    ||   So finden Sie uns    ||   Cafeteria   ||   Links   ||  Impressum